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Das bin ich..

So, nun bin ich drin, im Blog.. Warum bin ich im Blog? Weil ich ein sehr mitteilsamer Mensch bin und irgendwie zu allem etwas zu sagen habe...

Mir gehen viele Dinge durch den Kopf, mit denen ich meinen Partner und meinen Freundeskreis wahrscheinlich überfordern würde.. Außerdem sollen die ja auch zu Worte kommen:-)
Ich möchte den Blog als eine Art Tagebuchkolumne nutzen und all das hier niederschreiben, was mich beschäftigt.
Hauptsächlich, um das alles aus meinem Kopf zu bekommen, denn da purzeln die Gedanken nur so durcheinander.. Das schlägt sich auch in meiner Redegeschwindigkeit nieder, da könnte ich in gewisser Weise mit Dieter Thomas Heck verwandt sein. Aber das nur vorab..
Mehr über mich findet sich dann in den jeweiligen Themen der Blogeinträge..  Ich fange dann einfach mal an..

13.10.08 22:30, kommentieren

Müde und dennoch kein Schlaf gefunden, weil...

mir mal wieder alle möglichen Gedanken im Kopf kreisen..
Und das, obwohl ich ein sehr ausgefülltes, schönes Wochenende hatte.

Und dennoch, mein Partner schnorchelt bereits neben mir, als ich dann auch mein Buch müde beiseite lege, das Licht lösche und dann .... kommt plötzlich der Gedanke an den Tod.
Tod und dann? Was passiert dann eigentlich mit mir? Der Bezug zum Tod ist einfach, da ich bereits mehrfach mir sehr nahestehende Menschen durch frühzeitigen Tod verloren habe. Seitdem begleitet mich der Gedanke an die Möglichkeit, das jeder Tag für mich oder andere Menschen der letzte sein könnte. Nichts ist mehr so wie vorher, man wird sich plötzlich bewußt, das man vieles doch so selbstverständlich hinnimmt, dabei sind viele Dinge einfach ein Geschenk.
Und sei es nur, das man abends ins Bett geht und morgens wieder aufsteht. Das ist mir seitdem bewußt. Leider wird man auch etwas dünnhäutiger:-(
Eigentlich keine so schlechte Basis, denn dadurch relativieren sich so einige Dinge im Leben und man hat mehr den Blick für das wesentliche.
Aber trotzdem, was passiert danach? Schlafe ich günstigenfalls ein und wache einfach nicht mehr auf? Die Welt dreht sich ohne mich einfach weiter? Unfaßbar..
Habe ich dann wenigstens ein paar Footprints hinterlassen, damit man sich meiner auch mal erinnert? Oder bin ich einfach weg? Diverse Religionen bieten da ja unterschiedliche Modelle an, mal ist die unweigerlich stattfindende Wiedergeburt ein Geschenk, dann bedeutet die Wiedergeburt, das man in seinem bisherigen Leben wohl noch einiges gut zu machen hat, und so lange wiedergeboren wird, bis man das auf den Haken bekommen hat. Und dann ist zur Belohnung erst wirklich richtig Feierabend. Und dann?
Üblicherweise bin ich ein sehr realistischer Mensch, zum Leben gehört eben auch der Tod und nicht jeder möchte ein weiterer Jopi Heesters werden... Ist ja auch ein bisschen blöd, man wird alt, der Körper zeigt seine Leistungsgrenzen und die Freunde und Bekannten halten ja auch nicht alle bis zum Schluß durch.. Da kann man noch ganz schön alleine sein...Ob das so erstrebenswert ist? Jetzt, um diese Uhrzeit also alles kein Problem, aber in der Nacht sind bekanntlich alle Katzen grau und da war der Gedanke daran doch sehr beängstigend. Irgendwie habe ich es geschafft, mich abzulenken und somit dann doch noch Schlaf zu finden. Allerdings ist mir aufgefallen, das ich doch öfter so von unangenehmen Gedanken befallen werden, leider kurz vorm Einschlafen, die dann das selbige verhindern.. Vielleicht komme ich noch dahinter, was das zu bedeuten hat.. Gelernt habe ich, sobald die Sonne aufgeht, sind die Bedenken passé, es lohnt sich wirklich nicht, nachts Gedanken zu wälzen, denn das führt zu nix. Außer zu einem recht verknitterten Gesicht und dicken Augen am nächsten Tag..

Es kann nur besser werden... Erster echter Blog vollendet!

1 Kommentar 13.10.08 22:40, kommentieren

Die eigene Mitte finden..

..das Thema begleitet mich schon geraume Zeit. Wer bin ich und was will ich eigentlich? Ist der Weg, den ich gehe, wirklich meiner? Oder nur der übliche, von Konventionen und Erziehung, somit aus Erwartungen anderer an mich, geprägt? Ein ordentliche Ausbildung, ein noch ordentlicherer Job, der möglichst gut bezahlt wird und das Leben kann kommen...
Leider funktioniert das nicht immer so reibungslos, wie ich erfahren habe... Nachdem ich der Meinung war, auf der "sicheren" Seite zu stehen, habe ich durch einen plötzlichen Zusammenbruch gemerkt, das da zumindest für mich etwas nicht stimmt...

Von außen betrachtet war alles in Ordnung, eine einigermaßen gesicherte Existenz, eine eigene Immobilie, einen Partner und Freunde und Bekannte.. Was will man da mehr? Und dann plötzlich der Wunsch, sich zurückzuziehen, sich in Gegenwart der anderen nicht mehr wohl zu fühlen, den Eindruck zu haben, das Leben wird von einer unbekannten Instanz gelenkt und ich selber habe auf den Verlauf keinen Einfluß, wie sehr ich mich auch anstrenge.
Nichts machte mehr Freude oder Spaß, selbst das Essen nicht:-) Als doch sehr staatliche Person konnte ich mich noch nicht mal über den damit einhergehenden deutlichen Gewichtsverlust freuen. Das ließ schon tief blicken.
Hinzu kam das Gefühl einer tiefen Traurigkeit, die sich nicht fassen ließ, aber stetig vorhanden war. Nicht zu vergleichen mit der Trauer um einen Verlust, sondern allgegenwärtig und durch nichts zu durchbrechen. Das Leben war plötzlich eine Last.
An einem sehr kritischen Punkt, ausgelöst durch eine Banalität, habe ich dann noch frühzeitig realisiert, das ich professionelle Hilfe brauche. Und diese auch bekommen. Es hat sich herausgestellt, das für mich eine Gesprächstherapie geeignet wäre und ich kann aus heutiger Sicht nur sagen, das das richtig war. Ohne Punkt und Komma habe ich herausgesprudelt, was in mir vorgeht und es tat gut, das einfach mal ganz ohne Bewertung einer neutralen, außenstehenden Person mitzuteilen. Durch geschickte Fragestellung hat der Psychotherapeut in mir Denkprozesse angeregt, die mir Aufschluß über mein bisherigen Leben gaben und mir deutlich gemacht haben, wie oft ich gegen meine Überzeugung und nur um des lieben Friedenswillen gehandelt hatte. 
Ich hatte schlichtweg meine eigenen Bedürfnisse anderen untergeordnet, in der Hoffnung gemocht und anerkannt zu werden. Ich wollte kein Spielverderber sein und mich vor den Karren vieler vermeintlicher Freunde spannen lassen, überzeugt davon, das man vieles eben nicht zu eng sehen sollte.
Zu einem hohen Preis...
Dabei ist mir dann aufgefallen, das ich immer auf der Suche nach Anerkennung war, weil mir diese immer gefehlt hat. Meine Erziehung umfaßte leider überwiegend Kritik und Ermahnungen, natürlich in bester Absicht, aber leider für ein Sensibelchen wie mich nicht so geeignet.
Ich wusste nicht, wer ich war und das ich einen eigenen Wert besaß. Anfang 20 besaß ich die Modelmaße einer Heidi Klum und war auch sonst nett anzuschauen.
Das weiss ich heute und Bilder (die jahrelang nicht angesehen hatte) belegen das auch. Aber leider war ich damals zu sehr mit meinem Selbstzweifeln und dem nicht vorhandenen Selbstbewußtsein beschäftigt, als das mir das aufgefallen wäre. Komplimente nahm ich als Versuch, mich nicht noch weiter zu entmutigen, den entmutigt war ich.
Ich nahm sie aber nie ernst, sondern hatte den Eindruck, sie waren ein Ausdruck von Mitleid, weil ich doch so unzureichend war. Ich ging ungerne aus und Schwimmen war gar nicht drin, denn mir war mein Gewicht von 57 Kilo auf 1,74 m verteilt peinlich...
Kurz um, ich fühlte mich so dick, wie ich heute eigentlich bin (die Größe ist geblieben, das Gewicht hat sich leider in den dreistelligen Bereich verschoben).
Neben Diäten, um mein Gewicht weiter zu reduzieren (das ging leider voll daneben, wie man heute sieht), versuchte ich dann noch über besonderen Fleiß und besonders nettes, zuvorkommendes Verhalten zumindest von meinen äußerlchen Makeln abzulenken.
Nachdem ich meinte, besonders unansehnlich zu sein, versuchte ich eben, durch "besonderes" Anderssein auf mich aufmerksam zu machen. Wo andere aufmuckten, ließ ich mir noch etwas mehr aufbürden, wo andere deutliche eine Grenze zogen, war ich noch großmütig (oder dämlich, wie ich heute weiß.
Vielen Leuten gab ich somit unbewußt eine Einladung, ihren "Müll" bei mir abzuladen und mit mir zu verfahren, wie es ihnen beliebte. Egal, ich fühlte mich wohl dabei, denn ich bekam (zweifelhafte) Anerkennung und wurde wahrgenommen. Die übliche Kritik blieb endlich aus (oder fand hinter meinem Rücken statt). Man liebte mich so, wie ich war (glaubte ich).
Allerdings trug das auch allerlei seltsame Früchte, die mich dann doch überlegen ließen, was wohl falsch in meinem Leben läuft. Aber was wäre die Konsequenz gewesen? Weniger Anerkennung, weniger Zuneigung und somit das, was ich dringend brauchte.. Wem nützte denn meine Zufriedenheit, wenn sie niemand mit mir teilte oder meine eigenen, mir wichtigen Werte von anderen nicht erkannt oder mißverstanden wurden?
Was, wenn ich abgelehnt wurde, weil ich nun mehr an mich und meine Bedürfnisse dachten und diese dann auch verfolge? Ich fühlte mich dem nicht gewachsen..
Also weiter so....

-----------------Fortsetzung folgt------------------------


 

1 Kommentar 19.10.08 22:45, kommentieren

Die eigene Mitte finden, Teil 2

Immer nett sein, auch wenn man zu mir nicht nett ist… Nicht aus der Rolle fallen, aus der Haut fahren, keine Launenhaftigkeit zeigen, auch wenn es mir mal nicht so gut geht..
Nie zeigen, das auch mir mal etwas nicht gefällt oder ich mit etwas nicht so einverstanden bin.

Hinzu kam, das ich immer leicht zu verunsichern war, was mein Urteil einer Situation oder generell alles betraf.
Teilte jemand nicht meine Meinung, so lag das doch wahrscheinlich daran, das ich nicht richtig informiert war oder ein wesentliches Detail nicht berücksichtigt hatte.
Ich traute mich immer weniger, eine eigene Meinung zu haben, zumal diese oft von der herkömmlichen Meinung abwich..
Ich hatte einfach nicht genug Selbstbewußtesein, um gegen den Strom zum schwimmen, auch wenn meine Überzeugung eine andere war.
Wenn jemand anders ist als andere, dann hat das in der Regel einen Grund.. Das galt ja auch für mich.  Solange ich aber durch das Anderssein einer Person keinen Schaden habe oder in meiner Lebensführung eingeschränkt werde (und es nicht ungesetzlich ist), sollte jeder so leben dürfen, wie er es für richtig hält.
Ich war oft etwas verzweifelt, weil ich mitbekommen habe, wie über andere Personen gesprochen wurde, weil sie eben anders sind, sich nicht überall der landläufigen Meinung anschließen, sich so kleiden, wie sie es für richtig halten oder einfach ein Hobby ausführen, welches ungewöhnlich ist. Es wurde belächelt oder bewußt negativ dargestellt. Auch wenn ich heute weiß, warum so etwas geschieht, hat es mich damals noch mehr verunsichert.
Ich hatte doch auch gelernt, immer schön unauffällig zu bleiben und sich eher anzupassen als den eigenen Bedürfnissen nachzugehen… Ansonsten galt man schnell als Sonderling oder Außenseiter.
In der Schule hatte ich das schon erlebt..Leider teilte ich mit meinen Schulkollegen nicht so viele Interessen, schloss mich gerne mal an, fand aber manche Sachen einfach zu blöd, um mitzumachen.
Letzten Endes wollte ich doch die Schule so schnell wie möglich hinter mich bringen, mit einem ordentlichen Zeugnis, damit ich endlich eigenes Geld verdienen konnte. Und das war für mich das wichtigste.
Bei uns zuhause war Geld knapp, meine Eltern waren geschieden, meine Mutter halbtags berufstätig, mein Vater zahlte keinen Unterhalt. Vor der Scheidung meiner Eltern war mal Geld da und dann wieder nicht, je nach Auftragslage bei meinem selbständigen Vater. Als Kinder bekamen wir hauptsächlich mit, wenn Geld da war. Von den anderen Zeiten hat meine Mutter später mal erzählt und das war schon ein kleiner Schock.
Nach der Scheidung der Eltern war das Geld dauernd knapp, denn soviel Geld verdiente meine Mutter nicht und auf das Sozialamt gehen wollte sie nicht. Wir Kinder merkten den Unterschied und konnte eben nicht so ganz verstehen, warum jetzt weniger Geld zur Verfügung stand. Da hatte es meine Mutter nicht einfach mit uns.. Manches Verhalten ist mir heute noch peinlich, damals wußte ich es nicht besser und habe meinem Unmut freien Lauf gelassen. Generell muss ich meiner Mutter Abbitte leisten, denn in den 70er Jahren den Schritt der Scheidung zu gehen war alles andere als populär. Da wurde man schon mißtrauisch beäugt und auf die "Scheidungswaisen" ein besonderes Augenmerkt gelegt, ob sie sich irgendwie auffällig, im Sinne von schlecht erzogen, verhalten.
Aber da boten wir wenigstens keine Angriffsflächen, denn auf eine gute Erziehung hatten meine Eltern immer großen Wert gelegt.
Dennoch konnte ich bei Schulkollegen schon mal etwas unschöne Bemerkungen der Eltern über geschiedene Frauen (über Männer wurde da komischerweise nie etwas gesagt) aufschnappen, die mich immer sehr geärgert haben.
Aber Erwachsenen widerspricht man ja nicht.
Heute denke ich, das war die Reaktion darauf, das da jemand einen Schritt gewagt hatte, der in mancher Ehe auch fällig gewesen wäre, aber man "machte" das eben nicht.

Ich bin meiner Mutter jedenfalls sehr dankbar, das sie ihn trotzdem gewagt hat und sie diese schwierigen Zeiten so gut gemeistert hat. Ihre Bedürfnisse sind da bestimmt auf der Strecke geblieben und ich weiß, das diese Zeit sie sehr geprägt hat.
Uns als Kinder allerdings auch, denn aus dieser Zeit rührt natürlich auch das "Unauffällig sein und bleiben" und möglichst das tun, was einem gesagt wird.
Bei meiner Mutter stelle ich heute noch eine Tendenz fest, Meinungsbilder von bestimmten Personen, die gesellschaftlich angesehen sind, ungefiltert zu übernehmen.

Meiner Erfahrung nach paßt das nicht immer und man muss sich dann einfach mal eingestehen, das auch andere mal irren. Oder einfach andere Erfahrungen gemacht haben.

Das weiss ich heute…

Früher jedenfalls hat mich das auch sehr geprägt und ich habe mich vor jedweden Karren spannen lassen, mit dem bekannten Resultat.
Da ließen dann auch eine Beziehung, die eigentlich keine "Gemeinschaftsproduktion" war, nicht lange auf sich warten. War da doch immer jemand, der mir Aufmerksamkeit schenkte und zu würdigen wusste, was ich alles tat. Da tat ich doch gerne alles, um diese Beziehung nicht zu gefährden. Zumal ich doch auch noch mit einem Helfersyndrom ausgestattet war, dem konnte ich in dieser Beziehung freien Lauf lassen. Ja, da kann man richtig zur Hochform auflaufen und sich auch noch gut dabei fühlen.... Mutter Teresa wäre sehr stolz auf mich gewesen… Aber auch meine Leidensfähigkeit hatte dann mal ein Ende, sehr zum Bedauern meines Freundes, der sich sehr schwertat, aus meinem Leben zu verschwinden. Danach gings dann erstmal bergauf, denn nun wusste ich doch sehr genau, was ich wollte und was nicht.. Die nächsten Beziehungen haben davon profitiert…

Aber so ganz rund war die Sache doch noch nicht…

-------------------Fortsetzung folgt----------------------------------

1 Kommentar 20.10.08 13:31, kommentieren


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